Die Kartoffeln sind schon auf dem Herd, im Ofen duftet es nach dem Festessen – und plötzlich fragst du dich: Kann mein Baby davon eigentlich etwas mitessen? Oder muss ich jetzt noch schnell etwas extra kochen?
Zum Glück musst du nicht gleich zwei Menüs planen. Wenn dein Baby schon Beikost bekommt, kannst du bei vielen Gerichten einzelne Zutaten abzweigen und passend für dein Baby zubereiten. Und wenn sich vom Festessen nichts gut eignet, ist ein vertrauter Brei genauso in Ordnung. Dein Baby kann mit euch am Tisch sitzen, ohne dass auf seinem Teller dasselbe liegen muss wie auf eurem.
In diesem Artikel zeige ich dir an einem einfachen Weihnachtsmenü, was du schon beim Kochen beiseitestellen kannst und wie du daraus eine passende Babyportion machst. Dabei schauen wir uns beides an: den Beikoststart und die Zeit, in der dein Kind schon öfter am Familientisch mitisst.
Was darf mein Baby vom Weihnachtsessen mitessen?
Du musst nicht für jedes Gericht überlegen, wie du daraus eine Babyversion machst. Schau lieber auf die einzelnen Zutaten: Gibt es Kartoffeln, Möhren oder Kürbis, die dein Baby schon kennt? Dann kannst du etwas davon weich garen und beiseitestellen, bevor Salz, Brühe oder Soße dazukommen. So kochst du nicht zweimal – du zweigst nur eine kleine Portion ab.
Wenn dein Baby gerade erst mit Beikost anfängt, darf es beim vertrauten Brei bleiben. Passen die Zutaten vom Festessen dazu, kannst du sie in der Konsistenz anbieten, die dein Baby schon gut bewältigt. Weihnachten ist kein Anlass, vom Brei auf Stückchen umzusteigen.
Ihr steht noch ganz am Anfang und du fragst dich, womit ihr am besten loslegt? In meinem Ratgeber zum Beikoststart findest du Orientierung für die ersten Mahlzeiten – ganz unabhängig davon, was an Weihnachten auf dem Tisch steht.
Wenn dein Baby schon öfter am Familientisch mitisst, kannst du ihm passende Bestandteile vom Menü anbieten – zum Beispiel weich gegarte Kartoffeln und Möhren, zerdrückt oder in einer Form, die zu seinem Entwicklungsstand passt. Ganze Nüsse, ganze Weintrauben und harte rohe Möhrenstücke gehören wegen der Verschluckungsgefahr nicht auf den Babyteller.
Mein Tipp für einen entspannten Abend: Stell die Babyportion schon beim Kochen beiseite, nicht erst beim Servieren. Dann musst du am Tisch nicht überlegen, ob im Kartoffelpüree schon Salz ist oder welche Zutaten in der Soße stecken. Und wenn dein Baby an diesem Abend lieber seinen gewohnten Brei mag, ist das genauso schön: Es sitzt mit euch am Tisch, und darauf kommt es an.
Ein Weihnachtsmenü für die ganze Familie – so zweigst du die Babyportion ab
Kürbissuppe, Ofengemüse und warme Birne: Das klingt nach Weihnachten, braucht aber keine zweite Runde am Herd. Der einfachste Trick ist, beim Kochen ein paar weiche Zutaten beiseitezustellen, bevor du das Essen für die Familie abschmeckst.
Vorspeise: Kürbissuppe
Gare den Kürbis zunächst in etwas Wasser. Sobald er weich ist, nimm ein paar Stücke heraus. Die kannst du für dein Baby mit etwas Kochwasser pürieren oder fein zerdrücken – je nachdem, welche Konsistenz es schon gut bewältigt. Erst danach kommen Brühe und Gewürze in eure Suppe. Wenn es im Hauptgang ohnehin Kartoffeln gibt, kannst du den Kürbis auch dafür aufheben. Dein Baby braucht keine eigene Vorspeise.
Hauptgang: Ofenkartoffeln und Möhren
Gare ein paar Kartoffel- und Möhrenstücke ohne Salz mit. Nimm die Babyportion heraus, sobald sich die Stücke leicht mit einer Gabel zerdrücken lassen. Für euch kannst du das Gemüse anschließend würzen und nach Wunsch noch etwas rösten. Für dein Baby kannst du Kartoffel und Gemüse mit einer bereits vertrauten eisenreichen Zutat zu seinem gewohnten Brei kombinieren – zum Beispiel mit Haferflocken nach dem Rezept für einen Gemüse-Kartoffel-Getreide-Brei.
Nachtisch: Warme Birne
Dünste geschälte Birnenstücke in etwas Wasser, bis sie weich sind. Wenn dein Baby Birne schon kennt, kannst du ihm etwas davon fein zerdrückt oder püriert anbieten. Eure Portion kannst du anschließend mit Zimt oder einem Klecks Joghurt servieren. Für die Babyportion brauchst du keinen zusätzlichen Zucker.
Ein Teller reicht. Dein Baby muss nicht alle drei Gänge mitessen. Vielleicht passt an diesem Abend nur etwas Kartoffel zu seinem vertrauten Brei. Dann hast du genau das erreicht, worum es geht: Ihr könnt gemeinsam essen, ohne dass du für dein Baby ein zweites Festmenü kochen musst.
Was beim Weihnachtsessen besser nicht auf den Babyteller kommt
Beim Festessen steckt manches in der Soße, im Gebäck oder in der Füllung, was du auf den ersten Blick nicht siehst. Wenn ihr bei der Familie eingeladen seid, frag am besten schon vor dem Essen nach den Zutaten. Bei diesen Klassikern lohnt sich ein genauer Blick:
• Rotweinsoße und Desserts mit Likör: Lass Gerichte mit Alkohol für dein Baby weg. Auch beim Kochen verdampft der Alkohol nicht unbedingt vollständig.
• Honig im Gebäck oder in der Glasur: Im ersten Lebensjahr solltest du deinem Baby keinen Honig geben – auch nicht als Zutat in selbst gebackenem Lebkuchen oder in einer Honigglasur.
• Ganze Nüsse und harte Stücke: Ganze Nüsse, ganze Weintrauben und harte rohe Möhrenstücke sind wegen der Verschluckungsgefahr nicht geeignet. Das gilt auch, wenn sie nur als Deko auf dem Teller liegen.
• Speisen mit rohen Eiern, rohem Fleisch oder rohem Fisch: Hausgemachtes Tiramisu mit rohem Ei, Tatar oder Sushi mit rohem Fisch bleiben für die Großen.
Wenn du bei Oma und Opa nicht weißt, was in der Soße steckt, musst du das Essen nicht umplanen. Frag einfach, ob sie beim Kochen eine Kartoffel oder etwas Gemüse ohne Salz beiseitelegen können. Und wenn das nicht klappt, ist der vertraute Brei von zu Hause eine gute Lösung. Dein Baby gehört genauso zur Runde, auch wenn auf seinem Teller etwas anderes liegt.
Weihnachtsessen bei Oma und Opa: So bleibt es für euch entspannt
Wenn ihr eingeladen seid, musst du nicht das ganze Menü kennen. Eine kurze Nachricht vorher reicht oft schon: „Kannst du für unser Baby ein bisschen Kartoffel oder Gemüse beiseitestellen, bevor du es salzt? Wenn das nicht passt, bringe ich einfach etwas mit.“ So wissen alle Bescheid, und niemand muss am Feiertag spontan noch etwas kochen.
Wenn das Festessen später auf den Tisch kommt
Vielleicht ist für 18 Uhr gedeckt, aber dein Baby hat schon um 17 Uhr Hunger. Dann darf es wie gewohnt trinken oder essen. Es muss nicht bis zum Hauptgang warten, nur weil alle anderen später essen. Beim Festessen kann es trotzdem noch bei euch sein – und wenn es bis dahin schon müde ist, ist das auch in Ordnung.
Wenn alle möchten, dass dein Baby mal probiert
„Nur ein kleines Löffelchen!“ ist meistens lieb gemeint. Trotzdem musst du nicht jedes Mal erklären, warum dein Baby etwas nicht probieren soll. Ein freundliches „Danke, wir haben schon etwas für unser Baby dabei“ reicht. Wenn du möchtest, kannst du Oma oder Opa stattdessen bitten, die vorbereitete Portion mit an den Tisch zu bringen. So können sie mithelfen, ohne dass am Tisch über jeden Bissen diskutiert wird.
Ob dein Baby etwas vom Festessen probiert, seinen gewohnten Brei isst oder schon vor der Bescherung müde wird: Ihr müsst euren Abend nicht nach dem Menü richten. Ein gemeinsamer Moment am Tisch ist auch dann schön, wenn er nur ein paar Minuten dauert.
Vielleicht beschäftigt dich neben dem Essen auch die Frage, wie viele Besuche ihr einplanen wollt oder was alles in die Wickeltasche muss. In „Erstes Weihnachten mit Baby“ findest du Tipps für die Feiertage, damit ihr nicht den ganzen Tag von einer Feier zur nächsten hetzt.
Häufige Fragen zum Weihnachtsessen mit Baby
Fazit: Dein Baby braucht kein eigenes Weihnachtsmenü
Überleg dir beim Planen eine Sache: Was kann ich für mein Baby abzweigen, bevor ich das Essen für alle anderen abschmecke? Vielleicht sind es ein paar weiche Möhren oder etwas Kartoffel für den vertrauten Brei. Wenn nichts vom Menü passt, nimm die gewohnte Mahlzeit mit. Damit ist die wichtigste Frage schon vor dem Fest geklärt.
Und wenn dein Baby früher Hunger hat oder am Tisch gar nichts mehr probieren möchte? Dann darf euer Abend trotzdem schön sein. Ob ihr gleichzeitig esst oder dein Baby einfach noch ein bisschen bei euch ist: Ihr feiert zusammen, auch wenn nicht alle dasselbe auf dem Teller haben.
Du möchtest auch nach den Feiertagen entspannter mit der Beikost umgehen? In meinem E-Book „Beikost ohne Stress“ findest du Orientierung für den Einstieg und Anregungen, die sich in euren Familienalltag einbauen lassen – ohne dass jede Mahlzeit perfekt geplant sein muss.