Plätzchen backen mit kleinen Kindern gehört für mich einfach zur Weihnachtszeit dazu. Schon als meine Kinder klein waren, haben sie es geliebt, den Teig zu kneten, mit den Förmchen auszustechen und die fertigen Plätzchen bunt zu verzieren. Und ganz ehrlich: Es war nicht immer ruhig und ordentlich.
Mal landete mehr Mehl auf dem Boden als in der Schüssel, mal wurden die Ausstechformen lieber zum Spielen benutzt und manchmal war die Geduld nach wenigen Minuten schon aufgebraucht. Trotzdem waren genau diese gemeinsamen Nachmittage immer etwas ganz Besonderes. Es geht schließlich nicht um perfekt geformte Plätzchen, sondern um gemeinsame Zeit, kleine Rituale und leuchtende Kinderaugen.
Damit das Backen mit Kleinkindern entspannt bleibt, dürfen die Rezepte vor allem eines sein: einfach. In diesem Artikel teile ich zwei leichte Plätzchenrezepte, die sich gut gemeinsam zubereiten lassen, und Tipps, wie der Backnachmittag für euch beide schön wird.
Wenn euch an kalten Tagen noch mehr Ideen für gemeinsame Zeit drinnen fehlen, findest du hier auch 5 einfache Spielideen, wenn es draußen kalt wird.
Warum Plätzchen backen mit Kleinkindern so besonders ist
Beim Backen dürfen kleine Kinder mit allen Sinnen entdecken: Teig fühlt sich weich an, Mehl rieselt durch die Finger, es duftet nach Vanille und Zimt – und am Ende darf natürlich probiert werden. Gerade das Ausstechen und Verzieren macht den meisten Kindern besonders viel Spaß.
Nebenbei üben sie spielerisch ganz viel: Sie kneten, drücken Förmchen in den Teig, streuen Dekoration auf die Plätzchen und helfen beim Sortieren. Das muss nicht perfekt funktionieren. Schon das Mitmachen zählt und macht viele Kinder unglaublich stolz.
Damit es für euch entspannt bleibt, hilft es, wenn du die Erwartungen etwas kleiner hältst. Backt lieber eine kleine Menge Teig, plant genug Zeit ein und lass dein Kind nur die Aufgaben übernehmen, die gerade Freude machen. Wenn es nach zehn Minuten lieber spielen möchte, ist das völlig in Ordnung.
Für kleine Kinder eignen sich zum Beispiel diese Aufgaben:
• Zutaten in die Schüssel geben
• Teig mit den Händen kneten
• mit Förmchen ausstechen
• Plätzchen mit Zuckerstreuseln verzieren
• fertige Plätzchen vorsichtig auf einen Teller legen
Ein kleiner Tipp aus eigener Erfahrung: Lege vor dem Start ein feuchtes Tuch oder eine abwischbare Unterlage auf den Tisch. So gehört das kleine Chaos einfach dazu, ohne dass du die ganze Zeit daran denken musst, was danach noch aufgeräumt werden muss.
Rezept 1: Einfache Ausstechplätzchen für kleine Bäcker
Diese klassischen Ausstechplätzchen sind bei uns immer gut angekommen. Der Teig besteht aus wenigen Zutaten, lässt sich gut ausrollen und ist ideal für Sterne, Herzen, Tannenbäume oder Tierförmchen.
Zutaten:
• 300 g Mehl
• 200 g kalte Butter
• 100 g Puderzucker
• 1 Päckchen Vanillezucker
• 1 Prise Salz
• 1–2 EL kaltes Wasser, falls der Teig zu trocken ist
Zum Verzieren:
• Zuckerguss aus Puderzucker und etwas Zitronensaft oder Wasser
• bunte Streusel
• gehackte Nüsse oder Kokosraspel, wenn sie für euch passen
So geht’s
1. Mehl, Puderzucker, Vanillezucker und Salz in eine große Schüssel geben. Die Butter in kleinen Stückchen dazugeben.
2. Alles mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten. Ist der Teig noch sehr krümelig, kannst du esslöffelweise etwas kaltes Wasser dazugeben.
3. Den Teig zu einer Kugel formen und etwa 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen. In dieser Zeit könnt ihr schon Förmchen aussuchen und die Streusel bereitstellen.
4. Den Teig auf einer leicht bemehlten Fläche ausrollen. Für Kleinkinder darf er ruhig etwas dicker bleiben – dann lassen sich die Formen leichter ausstechen.
5. Die Plätzchen auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und bei 175 Grad Ober-/Unterhitze etwa 9 bis 11 Minuten backen. Sie sollten nur leicht Farbe bekommen.
6. Vollständig abkühlen lassen und anschließend gemeinsam verzieren.
Mein Tipp: Gib deinem Kind nur eine kleine Menge Streusel in ein Schälchen. So darf es großzügig dekorieren, ohne dass die ganze Packung auf einmal auf dem Tisch landet.
Rezept 2: Weiche Apfel-Zimt-Plätzchen ohne Ausstechen
Wenn es schnell gehen soll oder dein Kind noch nicht lange bei einer Sache bleiben möchte, sind diese weichen Apfel-Zimt-Plätzchen eine schöne Alternative. Der Teig muss nicht ausgerollt werden und ihr formt einfach kleine Kugeln mit den Händen.
Zutaten:
• 1 kleiner Apfel
• 100 g weiche Butter
• 80 g Zucker
• 1 Ei
• 250 g Mehl
• 1 TL Backpulver
• 1 TL Zimt
• 1 Päckchen Vanillezucker
So geht’s
1. Den Apfel schälen und fein reiben. Bei diesem Schritt helfe ich kleinen Kindern natürlich selbst.
2. Butter, Zucker und Vanillezucker in einer Schüssel verrühren. Das Ei dazugeben und kurz weiterrühren.
3. Mehl, Backpulver und Zimt vermischen und zusammen mit dem geriebenen Apfel unterheben. Daraus entsteht ein weicher Teig.
4. Mit leicht angefeuchteten Händen kleine Kugeln formen und mit etwas Abstand auf ein Blech mit Backpapier setzen. Dein Kind kann dabei wunderbar helfen – auch wenn die Kugeln nicht alle gleich groß werden.
5. Bei 180 Grad Ober-/Unterhitze etwa 12 bis 15 Minuten backen, bis die Plätzchen leicht goldgelb sind.
Die Apfel-Zimt-Plätzchen schmecken besonders frisch und sind schön weich. Gerade kleine Kinder können sie deshalb gut essen. Wer mag, kann nach dem Abkühlen noch etwas Puderzucker darüberstreuen.
Auch für den nächsten Kindergeburtstag findest du bei mir einfache Ideen: Diese schnellen Fingerfood-Ideen für kleine Gäste und Obstspieße für Kinder lassen sich ebenfalls gut gemeinsam vorbereiten.
So bleibt das Plätzchenbacken mit Kleinkind entspannt
Mit kleinen Kindern läuft beim Backen selten alles nach Plan. Genau deshalb hilft es, den Nachmittag nicht zu voll zu packen. Ihr müsst nicht fünf Sorten backen und auch nicht jedes Plätzchen perfekt verzieren. Eine kleine Schüssel Teig, ein paar Förmchen und gemeinsame Zeit reichen vollkommen aus.
Diese Tipps machen es oft leichter:
Lieber kurz und schön als lang und anstrengend
Für Kleinkinder sind schon 20 bis 30 Minuten Mitmachen ein großes Erlebnis. Du kannst den Teig vorher vorbereiten und dein Kind beim Ausrollen, Ausstechen und Verzieren einbeziehen. So bleibt der schöne Teil übrig und niemand verliert zu schnell die Geduld.
Kleine Aufgaben statt zu vieler Schritte
Wenn Kinder alles gleichzeitig machen sollen, wird es schnell unruhig. Gib lieber eine klare Aufgabe nach der anderen: Erst Mehl in die Schüssel geben, dann kneten, später ausstechen. So kann dein Kind besser mitmachen und erlebt kleine Erfolgsmomente.
Ein bisschen Chaos gehört dazu
Natürlich wird Mehl auf dem Boden landen und die Streusel verteilen sich nicht nur auf den Plätzchen. Ich habe irgendwann gelernt, das nicht mehr so eng zu sehen. Ein Foto von kleinen, mehligen Händen oder einem sehr bunt verzierten Keks ist später oft viel wertvoller als eine perfekte Küche.
Nicht mit Hunger starten
Ein kleiner Snack vor dem Backen kann viel ausmachen. Hungrige oder müde Kleinkinder haben meist nicht die Geduld für Teig und Förmchen. Am entspanntesten war es bei uns häufig am frühen Nachmittag, wenn noch genug Zeit und Ruhe da war.
Sicherheit geht vor
Den Backofen, heiße Bleche und scharfe Messer übernehmen Erwachsene. Auch beim Verzieren lohnt sich ein kurzer Blick darauf, ob Nüsse, harte Zuckerperlen oder andere Zutaten für das Alter deines Kindes geeignet sind.
Einfache Ideen zum Verzieren mit kleinen Kindern
Für Kinder ist das Verzieren oft der schönste Teil. Dabei muss es gar nicht aufwendig sein. Ein einfacher Zuckerguss und ein paar wenige Dekorationen reichen völlig aus.
Du kannst zum Beispiel kleine Schälchen mit bunten Streuseln, Kokosraspeln, Schokostreuseln oder zerbröselten Keksen bereitstellen. Besonders schön ist es, wenn dein Kind die Plätzchen erst mit einem Löffel oder einem kleinen Pinsel mit Zuckerguss bestreichen darf und danach selbst aussucht, was darauf kommt.
Auch ohne viel Deko entstehen tolle Plätzchen:
• Zimt und etwas Zucker über die noch warmen Plätzchen streuen
• mit einer Gabel kleine Muster in den Teig drücken
• jeweils ein Stückchen Apfel oder eine Rosine in die Mitte setzen
• nur einzelne Plätzchen besonders bunt verzieren und den Rest schlicht lassen
Und wenn ein Plätzchen plötzlich ganz voller Streusel ist oder zwei Förmchen ineinander gedrückt werden, darf das genauso bleiben. Gerade diese kleinen Kunstwerke erinnern später daran, wie klein die Kinder einmal waren.
Häufige Fragen zum Plätzchenbacken mit Kleinkindern
Es müssen keine perfekten Plätzchen werden
Beim Plätzchenbacken mit Kleinkindern geht es nicht darum, dass am Ende alles aussieht wie aus einer Bäckerei. Es geht um den Duft in der Küche, kleine Hände im Teig, das gemeinsame Lachen und die Freude, wenn das erste selbst verzierte Plätzchen probiert wird.
Auch wenn es manchmal etwas anstrengend sein kann, sind es genau diese einfachen Momente, die mir aus der Zeit mit kleinen Kindern besonders im Herzen geblieben sind. Heute erinnern mich selbst ungleichmäßige Sterne und viel zu viele Streusel daran, wie schön unsere gemeinsamen Weihnachtsnachmittage waren.
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Mach es euch deshalb so leicht wie möglich, nehmt euch nicht zu viel vor und genießt die Zeit zusammen. Ein paar selbst gebackene Plätzchen und ein gemütlicher Nachmittag können für Kinder zu einer ganz besonderen Weihnachtserinnerung werden.